24.06.11 | Fußballkultur
Die holländische Sicht auf den deutschen Fußball
Erst heute bin ich von meinem zweiwöchigen Holland-Urlaub nach Hause gekehrt. Klar, dass da der Weg ins holländische Fußball Museum eiserne Pflicht war. Denn wer möchte schon ernsthaft die ausgelatschten Fußballschuhe von Willy van de Kerkhoff oder das Original 74er Trikot von Johan Cruyff verpassen? Das schönste Utensil hatte allerdings der Themenpark "Deutschland vs. Holland" parat! Denn die erklärende Gedenktafel für den deutschen Fußball aus holländischem Blickwinkel hatte es in sich (Foto) und ich wollte sie Euch nicht vorenthalten. Ich zitiere:
Die deutsche Spielweise:
Deutscher Fußball ist sehr ergebnisorientiert.
Deutsche Mannschaften können das ganze Spiel lang schlecht spielen, um dann in der letzten Minute doch noch zuzuschlagen und mit einem gestohlenen Sieg abzuziehen. Die Mannschaft kennt ihre Prioritäten: lieber mit hässlichem Fußball gewinnen als mit schönem Fußball verlieren.
Die Deutschen sind hervorragende Turnierspieler, die während einer EM oder WM manchmal schwach starten und dann während des Turniers wachsen. Damit sie letzendlich - nach einigen in der Nachspielzeit oder durch Strafstöße erzielten Siegen - das Endspiel erreichen. Und dieses dann auch gewinnen - oftmals erneut durch Strafstöße.
Das klassische deutsche Spielsystem ist 5-3-2.
Hinten zwei riesige zentrale Mittelfeldspieler, dahinter ein Ausputzer als Türverriegelung. Auf den Flügeln und im Mittelfeld viel Laufpensum. Mit einem einzigen kreativen Spieler und vorne ein Stürmer mit Torinstinkt. Der Torwart ist sehr gut im Halten von Strafstößen.

