26.05.14 | Liga-Kolumne

Vielleicht! Wie immer vielleicht!

Was soll man also sagen zu einer Saison, die alleine deshalb denkwürdig bleibt, weil es das erste Mal seit zwei Jahren nicht noch eine Etage runter ging? War okay! War okay? War okay! Es ging zwar auch keine rauf, aber –hey – man kriegt ja auch nicht die schönsten Mädchen auf der Kirmes, wenn man kurz vorher mit den beiden Dorfmatratzen hinters Festzelt geschlichen ist. Also – bleiben wir dabei: Es war am Ende alles in allem ganz okay!
 
Klar – manchmal war es auch irgendwie Scheiße! Etwa damals als ich Nachts um elf einen Anruf vom Fußball-Kollegen Zeigler bekam, der sich für seine Sendung danach erkundigte, was denn da bei uns los sei. Ich konnte es ihm erzählen und Frederic Löhe auch, als er später live zugeschaltet wurde. Ein bisschen schwer verdaulich war – wie die Löhe-Schelle – auch das Pokal-Aus gegen einen Amateurverein, dessen Namen ich entweder verdrängt oder vergessen habe, ganz schön bitter – obwohl: Ist es das wirklich? Müssen wir nicht einsehen, dass wir selbst ein Amateurverein sind und ist nicht genau diese Einsicht, der erste Schritt in wieder andere Sphären? Irgendwann? Ich fürchte, wir müssen noch ein paar Jahre mit solchen Rückpässen wie dem vom Düsseldorf-Spiel leben, auch wenn es vielleicht nicht ganz zu viel verlangt ist, dass wir einfach in der Schlussphase darauf verzichten. Aber wer weiß das schon? Und schließlich war da ja noch – müßig es überhaupt noch zu erwähnen – die ein oder andere Bogenlampe, die eigentlich ein Zwei-Meter-Pass hätte werden sollen. Aber gut – das gab es früher auch schon und so sollte man sich an die guten Szenen erinnern in einer Saison, die vielleicht auch deshalb historisch bleibt, weil sie im Rückblick eine Saison vor der wirklich historischen Aufstiegssaison lag und weil im Jahr danach eben alles anders wurde. Vielleicht!
 
Alles anders? Vielleicht muss ja gar nicht alles anders werden. Das ein oder andere „Tor des Monats“ wie das von Marco Neppe gegen Matthias Hergets Erben – das würde ich mir auch nächste Saison gefallen lassen. Oder ein bisschen von dem Spirit, den Mannschaft und Fans einander gaben, als die Saison begann und in Köln ein wahres Fußballfest auf Platz und Rängen gefeiert wurde. Schöne Momente waren das, als Hoffnungsträger wie Sangare und Garcia nach dem Schlusspfiff bei den Fans standen, leicht über die Wellenbrecher gebeugt, über die vergangenen 90 Minuten sinnierend. Kurz dachte ich damals, dass es genau so vielleicht gehen könnte – mit dieser Nähe von Spielern zu Fans und umgekehrt. Und am Anfang ging es ja auch – vielleicht ein Fingerzeig, wo es hingehen kann, wo das Potential der Jungs liegt. Vielleicht! Immer dieses vielleicht.
 
Alemannia war schon immer ein bisschen viel „Vielleicht“ und ein bisschen wenig „Auf jeden Fall!“ – einer der Gründe übrigens, immer wieder hin zu fahren. Vielleicht gibt es auch ein paar neue Spieler nächstes Jahr, vielleicht aber auch nicht. Während derzeit bei allen anderen Mannschaften Neuzugänge gehandelt werden, dass einem schwindelig wird, wissen wir bis jetzt nur, dass wir mindestens mit Rafael Garcia antreten werden, wenn es nächstes Jahr wieder los geht. Nichts gegen Rafael Garcia. Denn mal ehrlich: ein Spanier bei Alemannia! Da verstummt schnell jede noch so verächtliche Stammtisch-Diskussion – aber so ganz alleine? Aber vielleicht muss er ja auch nicht alleine. Und wenn – ja wenn, dann wird er auf jeden Fall gut aussehen. Denn mal ehrlich: Die neuen Trikots – die sehen doch wohl rattenscharf aus. Kann es gar nicht erwarten mit das Ding überzustreifen! Welche Beflockung? Garcia natürlich! Wenn denn auch sonst? Demai? Vielleicht!
 
So bleibt am Ende eine Saison, in der vielleicht nicht alles gut war, aber eben auch nicht alles schlecht! Ich jedenfalls freue mich auf das, was kommt. Was bleibt mir auch anders übrig? Nichts? Doch – da fällt mir noch was ein: Come on, Aachen! Wir machen es noch ein Jahr! Und dann noch eins und immer noch ein Jahr! Und am Ende kriegen wir es doch noch – das schönste Mädchen auf der Kirmes! Vielleicht!
 
 






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