13.07.07 | Klassiker

Wankdorf - Plausch bei Herrn Niedermaier

Die vierte TORWORT-Lesung in Bern fand erstmals nicht im grandiosen Sous Soul statt, sondern dieses Mal auf Einladung des Stade de Suisse und des dortigen Geschäftsführers Herr Niedermaier direkt im ehemaligen Wankdorf-Stadion. Geplant war eigentlich, die Lesung direkt auf dem Rasen stattfinden zu lassen – einzig der Regen prasselte unaufhörlich hernieder. Klar – Wankdorf eben. Folge: Die Lesung musste kurzfristig in den Pressesaal des übrigens sehr schönen Stadions verlegt werden. Der Stimmung tat das keinen Abbruch – letztlich fanden sich 140 erwartungsfrohe Zuhörer ein. Die lauschten zunächst den rockigen Fußball-Klängen von DJ Manni Porno (5. Bild von oben), der in atemberaubenden Soli an der E-Gitarre den Saal genial auf das vorbereitete, was da kommen sollte.
 

Käfermann und YB wird Meister

Der Reigen wurde von Axel Post, dem Schweizer unter den TORWORT-Machern eröffnet. Mit seiner launigen Ansprache, die vom Americas Cup über den Abstieg Borussia Mönchengladbachs bis hin zum Schweizer Wetter reichte, versetzte Axel das Berner Publikum in prächtige Stimmung. Nachdem Gastgeber Herr Niedermaier das Podium mit Bier versorgt hatte (2. Bild von oben), ging es los.
Erster Autor des Abends war TORWORT-Vater Sascha Theisen, der bereits zum zweiten Mal den Weg nach Bern fand und deshalb langsam auf Straßenschilder mit seinem Namen hofft. Sascha begeisterte Bern mit seinem Text „Käfermann, Käfermann“, einer fabelhaften Geschichte über ein Maskottchen, das erst zum Star und dann zum Mörder wird. Bis heute wird gemunkelt, dass sich Sascha damit ein Trikot der Young Boys verdient hat. Ob er es allerdings bekommt, weiß nur Herr Niedermaier.
Als zweiter Mann des Abends war YB-Spieler Thomas Häberli (3. Bild von oben) am Start. Er begeisterte das lokale Publikum zunächst mit der Aussicht auf die Schweizer Meisterschaft, die er ausdrücklich nicht dementierte. Anschließend wartete er mit einem genialen Text über sein Idol Diego Maradona auf. Im Anschluss an Häberli war kein Geringerer als der Fußballgott selbst zu Gast im Wankdorf. Der Überraschungsgast erklärte im Gespräch mit Axel Post, was das Fußball-Universum antreibt und was er für YB Bern im nächsten Jahr vorgesehen hat.
Die erste Halbzeit schloss noch einmal Sascha Theisen, der mit dem Text „Der Mythos gibt sich die Ehre“ sowohl Axel als auch Borussia Mönchengladbach erdete (4. Bild von oben). Der Vergleich von Hugh Hefner mit Borussia traf nicht nur zu, sondern fand viel Zustimmung in Bern.
 

Ein Herbstmeister und ein Ehrenmitglied

Die zweite Halbzeit wurde erneut eingeläutet vom phantastischen Manni Porno, der damit das Intro für eine neuartige TORWORT-Aktion gab. Aus dem Off moderierte Stade-TV-Sprecher Stefan Eggli die letzten Spielminuten der Schweizer Saison 2007/08. Vor dem geistigen Auge des Publikum entstanden die letzten Spielminuten der vor uns liegenden Saison, die YB nach 20 Jahren ohne Titel endlich den lang ersehnten Triumph bescheren soll. Im Pressesaal kam sofort eine Stimmung auf als hätte YB tatsächlich den Titel geholt. Viel hätte nicht gefehlt und die Sektkorken hätten geknallt.
Da das nur noch schwer zu toppen war, bemühte TORWORT den Berner Fußballgott Erich Hänzi. Der ehemalige Altinternationale war eine Stunde vor der Lesung von Herrn Niedermaier persönlich zum YB-Ehrenmitglied ernannt worden und präsentierte stolz seine Urkunde. Sein Text beschäftigte sich mit dem „Wunder von Bern“ und der eigentlich wahren Geschichte dazu.
Nach Hänzi konnte nur noch Axel Post selbst eine Steigerung erreichen. Aus dem neuen Schweizer Fußballkultur-Magazin „Zwölf“ – übrigens sehr lesenswert (www.zwoelf.ch) - las er die Kolumnen von Clemens Herbstmeister. Inhalt: Briefe an Franz Beckenbauer, die den Kaiser über den Stand der EM-Vorbereitungen in der Schweiz auf dem Laufenden halten.
Zum Abschluss des Abends las Sascha noch einen Text zum Abstiegsdrama seiner Alemannia und sorgte damit dafür, dass ein hoch amüsanter Abend wenigstens ein bisschen nachdenklich endete. Das verflog allerdings schnell – denn Herr Niedermaier und das Stade de Suisse hatten für reichlich Bier und Stadiowurst gesorgt. Autoren und Gäste machten nach der Veranstaltung mit Blick auf den Wankdorfer Rasen reichlich Gebrauch davon. Bern war also wie immer eine Reise wert und ist mittlerweileweit weit mehr als nur der Schweizer TORWORT-Ableger!







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