13.04.07 | vergangene Lesung

Latour erfindet neuartige Werbeform

Die Berner Besetzung

Mehr als 100 Gäste feiern Fussball-Literatur in der Schweiz
Allein um die grandiosen Fussballmonologe von Pedro Lenz zu verstehen, lohnt es sich Berndeutsch zu lernen. Die Sprache, die im hochdeutschen Ohr etwas pittoresk und ungelenk klingen mag, eignet sich offensichtlich hervorragend für grosse und kleine Lesetexte, die Lenz mit erstaunlichem Performer-Talent vortrug. Der Startbeitrag zur Lesung legte die Latte auf ein kaum mehr zu erreichbares Niveau, dass Hanspeter Latour beinahe den Angstschweiss auf die Stirn getrieben hätte, hätte man ihm nicht versichert, dass Lenz wenigstens als Trainer eine erbärmliche Figur abgibt.
 
Eine völlig andersartige Textform präsentierte Sandra Beyer, die als Physiotherapeutin und medizinische Koordinatorin des FC Thun erstaunliche Innenansichten ihres Clubs am Spieltag erlaubte, bevor Axel Post den medizinischen Steilpass aufnahm und erklärte wie es sich anfühlt, wenn von Geburt an eine Fankurve im eigenen Hirn wohnt.  
 
Was fürs Hirn gab es folgerichtig direkt zu Beginn von Hälfte zwei. Alain Portmann, Profitorwart des FC Thun ist nicht nur weitsichtig genug, als Jungprofi bereits weite Teile seiner Trainerausbildung hinter sich gebracht zu haben, sondern als Philosophiestudent in der Lage, charmant und auf hohem Niveau über das schwierige Verhältnis zwischen Individuum und Kollektiv zu sprechen. Mit einer optisch ansprechenden Plastiktüte betrat schliesslich Hanspeter Latour die Bühne, und führte aus, dass er auf Kragenwerbung der Grossindustriellen verzichtet um kleineren Unternehmen ein attraktives Sponsoringmodell anzubieten. Gerne trage er zu einem fairen Preis Plastiktüten durch die Gegend. Hanspeter Latour las eine Reihe von Kolumnen, die er Anfang der 90’er in einer Oltener Lokalzeitung veröffentlichte und erzählte dem dankbaren Publikum Anekdoten aus seiner Zeit beim 1. FC Köln.
 
Dass neben dem Publikum offensichtlich auch die Leser die Abende im Sous Soul geniessen, zeigte sich auch gestern in der dritten Halbzeit. Mit DJ Pablo Lobsang legte ein leibhaftiger tibetanischer Fussball-Nationalspieler auf, während Hanspeter Latour im kleinen Kreis munter weiter aus dem Nähkästchen plauderte und es seiner charmanten Gattin Thilde erst gegen 3 Uhr morgens gelang, ihren Mann aus dem Altstadt-Club zu entfernen.







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